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Siehe, es war sehr gut. Gen 1,31

Als die Verszeilen der ersten Strophe des Hymnus Conditor alme siderum geschrieben wurden - das ist nach Melodie und Textgehalt das ausgehende vierte Jahrhundert - war es nicht ohne politische Sprengkraft, Christus als Weltenschöpfer zu bezeichnen. Damals konnte man dafür noch sterben. Das Kaiserhaus war arianisch, lehnte einen trinitarischen Gott ab. Es war ein lebensgefährlicher Gesang zu Zeiten eines Ambrosius und Augustinus.

Wo Menschen kreativ sind, kommt etwas von Gottes Genialität im Menschen durch.

Im ersten Kapitel der Genesis steht: Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Und siehe, es war sehr gut (Gen 1,31). Erstreben wir Qualität? Was wir an monastischen Werken vergangener Jahrhunderte heute bewundern, ist dieses Aufgehen in der Ewigkeit. Können wir das noch? Heute muss vieles nur noch so aussehen, als ob... Nicht wichtig, wie und womit. Wichtig bloß, dass etwas in einem konkreten Moment aussieht, als wäre es das, was es zu sein vorgibt. Wer denkt da nicht, an die falsch montierte Betonplatte auf jener Autobahn, die einen Polo kürzlich unter sich begrub? Oder - schlimmer noch - der Brückenpfusch von Genua vor zwei Jahren! Wenn dies auch nur die großen Sachen sind, stehen sie doch für eine Mentalität, die weit verbreiteter ist, als öffentlich zugegeben werden kann. Ein Preis sagt heute nicht mehr viel über Haltbarkeit und Güte. Effekthascherei! Erfolgsdruck! Und bei der nächsten Feierstunde verkündet beweihräuchernde Eigenwerbung den Sieg über eine Konkurrenz, im Großen wie im Kleinen. Unmöglich, Schwäche einzugestehen! Wirklich? - Siehe, es war sehr gut. - Wie anders klingt dagegen dieser Satz?

Christus war auf Erden ein echter und zerbrechlicher Mensch. Er hatte es nicht nötig, Vollkommenheit vorzutäuschen. Schwer vorstellbar, dass eine Dachkonstruktion, von ihm gebaut, nicht gehalten hätte. Der Schöpfer der Gestirne konnte scheinbar authentischer und sorgsamer Mensch sein, als wir.

Möge das, was heute durch unsere Finger gleitet, mit Liebe und der nötigen Sorgfalt entstehen, damit unsere Mitmenschen leben und unser Schöpfer Freude an uns hat!

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Beten wir heute besonders für die Opfer des Amokfahrers in Trier, für alle, die um ihr Leben kämpfen, für alle Angehörigen, aber auch für all diejenigen, die Augenzeugen des Geschehens waren und nun ihre Todesangst und die schrecklichen Bilder in sich tragen. Herr, erbarme Dich und hilf!


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