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Erwartung...

Jeder verbindet mit dem herannahenden Weihnachtsfest andere Assoziationen. Aber mal ehrlich: Freuen wir uns darauf, dass der Herr in seiner Herrlichkeit wiederkommt? Diese Ebene der vorausblickenden sehnsuchtsvollen Huldigung, die das durchgezogene Thema des Adventshymnus "Conditor alme siderum" ist, gehört wohl eher nicht dazu. Wie weit haben wir uns da vom eigentlichen Sinn dieses Festes entfernt? Da dieses Jahr so anders ist, dadurch aber viel mehr noch auf die Essenz von Weihnachten fokussiert, lag es nahe, sich einmal mit dieser Dimension des Festes zu befassen, die auch im rückwärts gelesenen Akrostichon der O - Antiphonen aufscheint: ERO CRAS - Morgen werde ich sein! Dieses Morgen ist die Heilige Nacht, der achte Tag und damit Tag der Vollendung der Schöpfung.

Draußen tobt sich ein Virus aus, rafft Menschen dahin, mehr als jede andere Erkrankung an die wir uns erinnern können. Wissen wir, wann unser Morgen sein wird? Als Getaufte ist diese Frage die eigentlich wichtigste. Mögen wir in der Zeit bewahrt bleiben, mag dieser kommende HERR uns den nötigen Schutz auf unserem Lebensweg gewähren, um zu bestehen am Tag der Tage.

Im Gehen durch diesen Hymnus habe ich ganz andere Texte einmal im Hinblick auf Weihnachten buchstabiert. Den Philipperbrief einmal unter dem Aspekt der Inkarnation, von der er ja spricht, anzusehen, wäre mir ohne den Adventshymnus wohl nicht eingefallen. Wie unterschiedlich skizziert sich Erwartung im Lauf der Jahrhunderte!

Ausgehend von einer kurzen gottesdienstlichen Akklamation in vermutlich brenzliger Lage in Mailand, nahm der Hymnus seinen Weg als Taufbekenntnis und verblieb in der klassischen Vorbereitungszeit dafür auch, als diese mit der flächendeckenden Praxis von Kindstaufen ihre ursprüngliche Bedeutung wandelte und für die Gläubigen "nur noch" Adventszeit war. Fachleute sind sich heute einig, dass der Hymnus ab dem siebten Jahrhundert sicher mehrstrophig vorlag. Seit dem neunten Jahrhundert lässt sich der Adventshymnus in Hymnaren belegen.


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Heute!

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Das Wurfgeschoss...

In der letzten Zeile des Hymnus kommt nun tatsächlich eine konkrete Bitte zu Wort. Und es ist dabei nicht die Rede von all dem, was Menschenschicksal widerfahren kann. Ein Täufling erbittet in der Taufe ja auch nicht, aus dem Leben herausgenommen zu werden, sondern in der Gemeinschaft der Glaubenden dem Herrn nach seinem Beispiel nachzufolgen. So geht es in der Bitte um einen wirklichen Stolperstein auf dem Weg zu Gott, um das, was wir als Anfechtung bezeichnen.    Der Hebräerbrief drückt es konkret aus (Hebr 2,14.15): Da nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er in gleicher Weise daran Anteil genommen, um durch den Tod den zu entmachten, der die Gewalt über den Tod hat, nämlich den Teufel, und um die zu befreien, die durch die Furcht vor dem Tod ihr Leben lang der Knechtschaft verfallen waren.   Doch das Böse wurde ja nicht aus der Welt genommen. Es kann jeden Menschen in jedem Moment erwischen. Sich dagegen zu wappnen, mahnt der Epheserbrief, dem dieses Zita...