Im dritten Vers der vierten Strophe geht es noch immer um Unterwerfung unter Gott als den Starken, nun aber mit den Worten des Philipperbriefes. Die Intention ist die verbale Illustration der Stärke. Im Philipperhymnus ist etwas ausgesagt, was in der Jesajastelle fehlt: die Dimension der Herrschaft hat zugenommen. Während beim Propheten Jesaja nur die Erdenbewohner, nämlich alle Völker, ihre Knie vor Gott beugen, tun das im neutestamentlichen Hymnus auch die Himmelsbewohner. Christus, der Gottessohn, der sich als Mensch zum Sklavendienst und zu einem schändlichen Tod aus freier Entscheidung hergab, ist gerade dadurch Herrscher über den Kosmos geworden.
Dieser urchristliche Hymnus ist der älteste Versuch, die Menschwerdung des Gottessohnes in Worte zu fassen: entäußert, erniedrigt und gehorsam. Deshalb erhöht und mit einem edlen Namen geschmückt. Christus ist Gott, und Gott gebietet als Herr über alles!