Direkt zum Hauptbereich

Himmlische und Irdische

Im dritten Vers der vierten Strophe geht es noch immer um Unterwerfung unter Gott als den Starken, nun aber mit den Worten des Philipperbriefes. Die Intention ist die verbale Illustration der Stärke. Im Philipperhymnus ist etwas ausgesagt, was in der Jesajastelle fehlt: die Dimension der Herrschaft hat zugenommen. Während beim Propheten Jesaja nur die Erdenbewohner, nämlich alle Völker, ihre Knie vor Gott beugen, tun das im neutestamentlichen Hymnus auch die Himmelsbewohner. Christus, der Gottessohn, der sich als Mensch zum Sklavendienst und zu einem schändlichen Tod aus freier Entscheidung hergab, ist gerade dadurch Herrscher über den Kosmos geworden.

Dieser urchristliche Hymnus ist der älteste Versuch, die Menschwerdung des Gottessohnes in Worte zu fassen: entäußert, erniedrigt und gehorsam. Deshalb erhöht und mit einem edlen Namen geschmückt. Christus ist Gott, und Gott gebietet als Herr über alles!

Beliebte Posts aus diesem Blog

Impuls zum Palmsonntag 2021

Wir vom Kloster Helfta möchten Sie durch die Kar- und Ostertage begleiten. Warum gehen wir in diese Tage, und warum gehen wir anders hinein? Weil sich in jedem dieser kommenden Ereignisse ein Gipfelpunkt der Nachfolge zeigt. Wir tun es für uns im Gedenken an Ihn, weil Sein Weg durch diese Tiefen menschlicher Abgründe zur Auferstehung führte und führt. Die dunkle Seite des Lebens kann viele Gesichter haben. Und es kann auch unser Gesicht etwas abbilden, was wir nicht wollen. Was also können wir tun? Wir wollen doch etwas tun und machen:  Was sollen wir tun? Es ist die Frage der Menge, anlässlich der Pfingstpredigt des Petrus (Apg 2,37), eine Frage, die an die Erläuterung dessen anschließt, was sie getan haben. Die Antwort des Petrus empfiehlt Umkehr und Taufe. Die Leidensgeschichte offenbart noch eine andere Antwort: Manchmal ist nichts zu tun. Schon beim Einzug in Jerusalem wurden die Stimmen laut, die dem Lobpreis Jesu Einhalt gebieten wollten. Jesus kommt der Auff...

Der Platz ist bereitet...

  Der Platz ist bereitet, .....das Herz auch?

Erwartung...

Jeder verbindet mit dem herannahenden Weihnachtsfest andere Assoziationen. Aber mal ehrlich: Freuen wir uns darauf, dass der Herr in seiner Herrlichkeit wiederkommt? Diese Ebene der vorausblickenden sehnsuchtsvollen Huldigung, die das durchgezogene Thema des Adventshymnus "Conditor alme siderum" ist, gehört wohl eher nicht dazu. Wie weit haben wir uns da vom eigentlichen Sinn dieses Festes entfernt? Da dieses Jahr so anders ist, dadurch aber viel mehr noch auf die Essenz von Weihnachten fokussiert, lag es nahe, sich einmal mit dieser Dimension des Festes zu befassen, die auch im rückwärts gelesenen Akrostichon der O - Antiphonen aufscheint: ERO CRAS - Morgen werde ich sein! Dieses Morgen ist die Heilige Nacht, der achte Tag und damit Tag der Vollendung der Schöpfung. Draußen tobt sich ein Virus aus, rafft Menschen dahin, mehr als jede andere Erkrankung an die wir uns erinnern können. Wissen wir, wann unser Morgen sein wird? Als Getaufte ist diese Frage die eigentlich wichtigs...