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Am vierten Schöpfungstag...

Wenn wir die Genesis (Gen 1,14-19) lesen, so passierte das künstlerische Werk, von dem wir in der ersten Zeile von Conditor alme siderum hören, am vierten Schöpfungstag. Mit der Schaffung der Gestirne hat Gott den Menschen die Zeit gegeben. Es ist doch der Lauf der Gestirne, nach denen Kalender und liturgische Festzeiten berechnet sind. Christus, nach dem Kolosserbrief als Weltenschöpfer besungen, ist der Herr aller Zeit, damit auch meiner Lebenszeit. Ob ich es wahr haben will oder nicht: Die Zeit ist nicht in menschlicher Hand!

Wer von Euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Spanne verlängern? Wenn ihr nicht einmal etwas so Geringes könnt, warum macht ihr Euch dann Sorgen um das Übrige? (Lk 12,25.26). Also: Sorgt Euch nicht um Euer Leben! (Lk 12,22)

Wenn der, der mich beschützt, so groß ist, dass er jenseits der Zeit steht und Sterne erschaffen kann, sollte ich dann nicht das Vertrauen haben, dass er meine 'Spanne' mit ihrem Anfang und Ende optimal festsetzt? Dass also nichts Anderes passieren wird, als das, was ohnehin schon von Ewigkeit her geplant ist?

Wir sollen unsere Zeit recht nutzen, das ist wahr. Manchmal ist Zeitmanagement aber ein Griff nach dem Universum. Dass wir dies nicht gut vermögen, lässt sich an Menschen ablesen, die zu Opfern der Zeit werden, sei es durch Arbeit oder durch Freizeitstress. Selbst in einen Ablauf, den wir eigentlich gar nicht beeinflussen können, haben wir Menschen uns eingemischt und ihn per Definition bestimmt: Die Sommer- und Winterzeitübergänge stören den Biorhythmus empfindlich... 

Man braucht nicht moralisch zu werden, um angesichts begrenzter Lebenszeit auch auf Gedanken von verlorener Zeit zu kommen. Da reicht reine rückblickende Rechenkunst. Was wird wohl die himmlische Schreibstube bisher in meinem Buch notiert haben? (vgl. Offb 20,12)

Doch dank dessen, den wir erwarten, gibt es, solange ich lebe, und was auch hinter mir liegt, kein "Zu spät!". Ob wir gute oder schwierigere Wegstrecken wandern - dieser Schöpfer ist in die Welt gekommen und unseren Weg gegangen, der Zeit unterworfen. Jemand ist da, der uns in der Zeit nahe ist. Danke! Das ist echt lieb von DIR!

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