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Die ehrenvolle Kammer

Die Kammer, von der hier die Rede ist, ist der Mutterschoß Mariens. Das Innerste ihrer Person ist geheiligt durch Gott. Konsequenterweise wird der Ort, an dem Gott wohnt, zum heiligen Ort, zum Tempel.

Im Vesperhymnus des Advent ist es die ehrenvollste Kammer, honestissima clausula, also eine Art Schatzkammer, denn mit clausula handelt es sich um einen verschlossenen Raum, das beigegebene Adjektiv steht im Superlativ, womit ausgesagt ist, dass dieser Raum, diese Kammer, keinen vergleichbaren Bau auf der Erde hat. Einige Kirchenväter nennen ihn Tempel, Haus Gottes. Wir könnten auch Kirche sagen.

Der lokalisierbare Ort wird in den Menschen übertragen, denn in Maria hat Gott den Menschen aufgewertet, da er ihn zu seiner Wohnung gemacht hat. Und eben jener Ambrosius, dem wir die erste Strophe dieses Hymnus verdanken, hat diese Analogie betont. Indem mit der Taufe der Hl. Geist im Menschen Wohnung nimmt, kehrt auch das Wort in ihm ein, das kraft des Geistes in uns und durch uns heute Fleisch wird.

Gott wohnt schon in uns und mitten unter uns. Wir müssen es nur sehen wollen und zulassen. Ihrer Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt!

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