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Heilig

Die fünfte und letzte Strophe beginnt mit einer Bitte an den Heiligen, ausgedrückt mit dem griechischen Wort für "heilig".

Christus ist nach Ausweis des Evangeliums "der Heilige Gottes" (Joh 6,69; Mk 1,24), denn ER ist Gott. Der Begriff "heilig" drückt in sich aus, dass Gott jenseits der Vorstellungskraft unseres Denkens und der Verfügbarkeit menschlichen Handelns steht. Und so sagt es das Johannesevangelium: "Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht." (Joh 1,18)

Erhaben, im Licht wohnend, verborgen, erlösend, ein Heilmittel gebend, so anders in SEINER Geburt, so unvergleichlich überschießend in dem, was ER für uns gab - mit all diesen Ausdrücken und Wendungen besingt und bekennt der Hymnus Christus als den Heiligen, als unseren Gott.

Die Haltung des Menschen kann demgegenüber nur Demut und Ehrfurcht sein. Insofern ist es wohl gut, sich einmal vor Augen zu führen, in welcher Form frühere Generationen Gott um etwas gebeten haben. Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass heutiges Beten und Bitten aus Gott einen Automaten macht, in den oben ein Gebet eingeworfen wird, um unten ein erwartetes Produkt zu erhalten, das - bitte sehr (!) - auch genau so auszusehen hat, wie es gewünscht wurde. Gerade wenn Menschen über ihre Erfahrung mit Gott, d.h. über ihre Enttäuschung beim Beten berichten, ist oft dies zu sehen: Dass Gott mehr einen Erfüllungsgehilfen darstellt als einen, der mein Schicksal in allem, was widerfährt in der Hand hält, diesem Leben Sinn gibt und meinen Weg auf Seine Art lenkt und leitet. Ja - ich darf IHN bitten! Ja - ER gibt! Aber was ER gibt, hält ER für gut für mich, und was mir nicht zuteil wird, bekommt vielleicht mit den Jahren für mich einen Sinn. Gott ist der unverfügbar Größere. Und als solcher ist ER der, der uns unendlich liebt.

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